02. März 2008 / E-Magazin / Ordnung am Arbeitsplatz
Konstruktiv Kritik üben
Falls Kritik nötig ist und richtig angebracht wird, stellt sie für alle Beteiligten eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation dar. Dabei muss beachtet werden, dass neben einem geeigneten Zeitpunkt auch die richtigen Worte gewählt werden sollten, um Ärger und Unzufriedenheit aus der Welt und einem entspannten Umgang mit Kollegen Raum zu schaffen.
Kritik kann destruktiv oder konstruktiv geäußert werden. Da destruktive Kritik einerseits verletzend ist und andererseits keine positiven Veränderungen zulässt, sollte sie tunlichst vermieden werden. Aussagen wie „Sie machen immer alles falsch“ oder „Ihre Ideen bringen uns wieder einmal nicht weiter“ sind definitiv destruktiv, da sie einem persönlichen Angriff gleichen. Der Vorteil von konstruktiver Kritik ist hingegen, dass niemand bloß gestellt oder verärgert wird, sondern vielmehr eine Verbesserung der Situation erreicht werden kann.
Sobald man beschlossen hat, mit einem Kollegen oder dem Vorgesetzten reden zu müssen, sollten zuerst ein geeigneter Ort und ein passender Zeitpunkt gewählt werden. Dabei muss auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass keine Dritten anwesend sind, denn dadurch könnte sich die zu kritisierende Person verunsichert und bloß gestellt fühlen. Der richtige Moment liegt dann vor, wenn beide Gesprächspartner gerade keinen Zeitdruck oder Stress haben, denn Unruhe und Gereiztheit fördern leicht die falschen Worte zutage.
Die Kritik sollte klar und deutlich ausgedrückt und nicht – aus Harmoniebedürfnissen – schöngeredet werden. Optimalerweise können konkrete Situationen aufgezeigt werden, in denen ein unangebrachtes Verhalten oder eine falsche Arbeitsweise an den Tag gelegt wurden. So kann der Kritisierte direkt nachvollziehen, um welches Problem es sich handelt. Damit sich der Angesprochene nicht persönlich abgelehnt fühlt, ist es immer hilfreich, einen positiven Gesprächseinstieg zu suchen und trotz Kritik die Wertschätzung des Anderen einzubauen. Dafür eignen sich besonders sogenannte Ich-Botschaften wie: „Ich habe den Eindruck, dass…“ oder „Ich habe das Gefühl, dass sich bei mir gerade viel Arbeit angestaut hat, vielleicht können wir uns deswegen mal zusammensetzen“.
Es ist wichtig, dem Kritisierten im Anschluss Zeit für eine Stellungnahme zu lassen. Im Idealfall nimmt er die Kritik an und ist bereit darüber zu sprechen, um zusammen eine Lösung zu finden. Optimalerweise fließen von beiden Seiten konstruktive Änderungsvorschläge ein und von Seiten des Kritisierenden kommen außerdem ermutigende Worte, wie „Wie können wir das gemeinsam regeln?“, damit noch einmal zum Ausdruck kommt, dass die Kritik – so unangenehm sie auch gewesen sein mag – wohlwollend und ehrlich gemeint war.
Es kann auch vorkommen, dass die kritisierte Person den Vorwürfen nicht zustimmt und eine andere Meinung vertritt. In diesem Falle sollte man offen für eine Gegenkritik sein und sich auf eine sachliche Diskussion vorbereiten. Auch wenn keine Lösung gefunden werden kann, wissen zumindest beide Beteiligten, welchen Standpunkt der jeweils andere vertritt. Ein thematisiertes Problem ohne Lösung ist immer noch besser als ein unausgesprochenes, tief sitzendes Ärgernis.












